Europa ist bei Patentanmeldungen im 3D-Druck Spitze

Die Zahl der europäis­chen Pat­entan­mel­dun­gen für addit­ive Fer­ti­gung („addit­ive man­u­fac­tur­ing“ – AM) ist zwis­chen 2015 und 2018 um durch­schnit­t­lich 36 Prozent pro Jahr gestie­gen – zehn­mal schneller als die Ges­amtzahl der Pat­entan­mel­dun­gen jähr­lich (3,5 Prozent). Das ist das Ergeb­nis ein­er neuen Stud­ie des Europäis­chen Pat­entamts (EPA).

Laut der Stud­ie mit dem Titel “Pat­ente und addit­ive Fer­ti­gung — Trends bei 3D-Druck-Tech­no­lo­gi­en” steht Europa auf diesem Gebiet an der Spitze: Zwis­chen 2010 und 2018 ging nahezu die Hälfte aller AM-Pat­entan­mel­dun­gen beim EPA auf das Konto europäis­cher Unterneh­men und Erfind­er.

Aus der Stud­ie geht her­vor, dass 47 Prozent (7.863) aller AM-Erfind­un­gen, für die im Zeitraum 2010 bis 2018 Pat­entan­mel­dun­gen beim EPA eingereicht worden sind, auf europäis­che Länder ent­fal­len. Euro­pas führende Pos­i­tion ist vor allem auf den Beitrag Deutsch­lands zurück­zuführen, das für 19 Prozent (3.155) aller AM-Anmel­dun­gen ver­ant­wort­lich zeich­net. Aber auch Span­i­en, Bel­gi­en, das Ver­ein­igte Königreich, die Sch­weiz und die Nieder­lande zei­gen eine starke Spezi­al­is­ier­ung in diesem Bereich. Im welt­weiten Ver­gleich sind mit 35 % (5.747) der Anmel­dun­gen jedoch die USA das Top-Herkun­fts­land.

Die größte Nachfrage nach Pat­en­ten für addit­ive Fer­ti­gungs­ver­fahren (4 018 Anmel­dun­gen) verzeich­net seit 2010 der Gesund­heitssek­t­or, gefol­gt von Ener­gie und Verkehr (2 001 bzw. 961 Anmel­dun­gen). Ein stark steigendes Anmeldeau­fkom­men ist fern­er bei Indus­triew­erkzeu­gen, in der Elektronik, im Bauwesen, bei Kon­sumgütern und sog­ar in der Lebens­mit­tel­branche zu beo­bacht­en.

Diese Branchen­viel­falt spiegelt sich auch im Pro­fil der größten Anmeld­er beim EPA wider. Wie die Ana­lyse zeigt, wur­den rund 30 Prozent (6.548) aller AM-Pat­entan­mel­dun­gen zwis­chen 2000 und 2018 von 25 Unterneh­men eingereicht. Ange­führt wird da Rank­ing von Unterneh­men so unter­schied­lich­er Branchen wie Trans­port, Chemie und Pharma, IT, Elektronik, Bild­verarbei­tung und Kon­sumgüter sow­ie 3D-Druck selbst (Strata­sys, 3D Sys­tems, EOS) von den US-Fir­men Gen­er­al Elec­tric und United Tech­no­lo­gies sow­ie dem deutschen Siemens-Konzern auf dem drit­ten Platz.

Die Stud­ie zeigt fern­er, dass zwar zwei Drit­tel der Pat­entan­mel­dun­gen für AM-Tech­no­lo­gi­en von sehr großen Unterneh­men eingereicht wur­den. 10 Prozent (2.148) stam­mten aber aus Unterneh­men mit 15 bis 1 000 Beschäftigten, 12 Prozent (2 584) von Ein­zel­erfind­ern und klein­en Unterneh­men mit weni­ger als 15 Beschäftigten sow­ie 11 Prozent (2 448) von Uni­versitäten, Kranken­häusern und öffent­lichen Forschung­sein­rich­tun­gen. Diese drei Kat­egori­en sind somit auch als wichtige Akteure der AM-Innov­a­tions­land­schaft anzuse­hen.

Eine Zusam­men­fas­sung der wichtig­sten Ergeb­n­isse der eng­lischs­prac­hi­gen Stud­ie ist auch in deutscher Sprache ver­füg­bar.

Quelle: EPA

 

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